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die Zeit macht es, die SZ macht es, der Stern macht es. DVDs werden vertickert, und im redaktionellen Teil werden die von der "Filmredaktion" ausgewählten Filme dann nochmal für alle zum mitlesen erklärt.
Im redaktionellen Teil? Sollte da nicht eigentlich "Anzeige" drüber stehen?
Oder wie fänden wir es, wenn diese Blätter neben den aktuellen Filmrezensionen auch Kinotickets zu den Filmen, die gut weggekommen sind, verkaufen würden?
In "Kilb's Box Office"?

Es ist schon schwer mit dem Medienjournalismus. Man denkt: "Das mach ich, da muss ich ja nur Fernsehen", ein feuchter Journalistentraum im Zeitalter der Googlerecherche. So dachte auch Anna von Münchhausen.
Und dann sowas. Leider musste v. Münchhausen Blumenberg und Süskind, die Macher von "Kanzleramt" interviewen (Niggemeier wohl krank), und in den bisherigen Berichten hat sie gelesen, dass man da natürlich nach "West Wing" fragen muss. Irgendsone US-Serie, kann ja nix sein, mal schnell im Netz geguckt, ach, so lange Folgenzusammenfassungen, egal, ich muss los.

Oder wie darf man sich diese Einstiegsfrage erklären: "Sollen wir etwas erwarten wie "West Wing", die amerikanische Serie über das Weiße Haus? Da geht es ja vor allem um Liebesaffären und drohende Meteroiteneinschläge."

Mannometer, FAS, ab in die Ecke und schämen.

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ist ein ausschrei von paul giamattis figur miles raymond in SIDEWAYS. und auch einer der titel vom wunderschoenen soundtrack zum film von rolfe kent, irgendwo zwischen sanften jazz und wirklicher fahrstuhlmusik.
ich trinke ihn immernoch, gestern erstmals selbstversuch mit dem im film gehypten pinot noir, dem lieblingswein von miles raymond.
in einer turbulenten szene rennt er durch einen weinberg und schuettet sich so schnell wie moeglich eine flasche in den hals, um zu vergessen, um vor seiner ex fliehen zu koennen.dann haelt er inne, starrt auf die weinreben und nimmt schliesslich eine dieser in die hand, erschreckend klein sind die trauben, er erzaehlt warum der wein so wertvoll, wie schwierig es ist diesen aufzuziehen, zu ernten.
gestern dann der selbstversuch ohne sinnloses besaufen und schreiend durch den ehemaligen weinberg bei mir ums eck laufend, bei kaisers auf pinot noir der gallo-brueder ( ohne vincent ) getroffen, mitgenommen und zwar nicht die geschmacksrichtung erdbeere erkannt, aber immerhin den guten wein, wirklich zu empfehlen !
svensson urteil ueber paynes schaffenshoehepunkt bei ELECTION zur kenntnis genommen und den film in die warteliste geholt ...

Was für eine wunderschöne Überraschung: Der Vorstadt-Film "L¹esquive" des Regisseurs Abdellatif Kechiche, der letztes Jahr im Panorama der Berlinale lief, und den ich im International ganz zufällig sah, gewann die wichtigen Kategorien beim diesjährigen César: Bester französischer Film und beste Regie. Das ist toll. Ein Film, in dem jugendliche Laiendarsteller in ihrer natürlichen Umgebung, den fiesen Vorstädten um Paris, agieren. In dem eine junge Lehrerin ein Drama des Dichters Marivaux von diesen Kindern nachspielen lässt, in dem ein Mädchen Regisseurin sein will und die Begeisterung für das Spiel und alle Eitelkeit, die dazugehört, durchlebt, zu den Wohnsilos hinausträgt, in dem es um Gangs, um Liebe, um Turnschuhe und um wirklich tolle, endlose Schimpfkanonaden zwischen 15jährigen Mädchen geht.
Ich war, wie es der Berlinalegott so will, zufällig in diesen Film geraten, war bezaubert. Eine fremde Welt, eine vitale Welt, ein zwangloser, fröhlicher, famos gespielter Film.
Und ich hätte nie gedacht, jemals wieder etwas von ihm zu hören (wie das bei solchen Filmen eben meist ist). Und nun das: Sticht beim César "Un Long Dimanche de Fiançailles" (Mathilde - Eine große Liebe) und "Les Choristes" (Die Kinder der Monsieur Mathieu) aus.
Das ist wirklich toll und hinterlässt mich für heute versöhnt mit der Welt.

bix

Bix Beiderbecke was one of the great jazz musicians of the 1920's; he was also a child of the Jazz Age who drank himself to an early grave with illegal Prohibition liquor. His hard drinking and beautiful tone on the cornet made him a legend among musicians during his life.

um dann in dem einen, großartigen, Buch (Festung der Einsamkeit) auf den letzten Seiten den Namen Bix Beiderbecke zu lesen, mich dafür zu interessieren und nachzuschlagen, und dann im nächsten, vielversprechenden Buch (Suche mein Angesicht) eben diesen Beiderbecke auf den ersten Seiten gemeinsam mit Armstrong und Coltrane wiederzutreffen?
Wo war Beiderbecke während meiner Lektüren der Jahrzehnte davor?

cris rock

lautet chris rocks antwort auf den brausenden jubel des publikums, so grossartig sei seine leistung als erzeuger nicht.
grossartig aber ist dieses special, das erste seit vier jahren und es sieht nicht so aus als haette er die buehne lange verlassen. comediens wie sie hier gerne genannt werden haben nicht viel mit diesem stand -up-comedy-king zu tun, der gleiche sport, aber ein ganz anderes stadion.rock schlendert ueber die buehne einer bestimmt zehntausender halle und unterhaelt ueber die gesamte zeit auf hoechstem niveau.
alles wird angesprochen, verarscht und parodiert, und dann wird rock ploetzlich zum quasi-prediger, zeigt dem meistens schwarzen publikum wo der hammer nebst harke haengt und was es ist.
IT 'S ALL RIGHT, 'CAUSE IT'S ALL WHITE - weisse bauen waffen,weisse verkaufen sie, weisse kaufen sie und erschiessen schulkinder - alles im lot.ein schwarzer rapper jedoch benutzt das wort gun, und reimt es auf fun - kongressanhoerung !
wortwiederholung, das bis in die letzte silbe groteske aussprechen von ihnen, das schema bleibt gleich und doch erscheinen die 80 minuten viel laenger, was aber als lob durchgeht.
die topics sind einfach zu gut, immernoch aktuell und sehr scharf.
erstaunlich wie schlecht das ganze im bild rueberkommt, es ist wirklich nur eine fernsehuebertragung, also nicht wirklich inszeniert und doch bleibt das ganze sehr spannend - es hier zu sehen bleibt wohl ein wunsch, uebersetzen laesst sich das gar nicht, untertitel waeren toll, dann koennte man auch den letzten witz noch auskosten.
hier jedenfalls rock uncut und nicht in die enge einer moderation gedrueckt, pur.
YOU KNOW HOW MUCH WE LOVE MICHEAL JACKSON ? WE LOVE HIM SO MUCH THAT WE LET THE FIRST KID JUST SLIDE, JUST SLIDE ...,BUT WHEN I HEARD : ANOTHER KID,ANOTHER KID, I FELT LIKE GROUNDHOG DAY !!!

Lassen wir es zu, zwei Filme nebeneinander zu halten, die das nicht verdienen und die kaum mehr verbindet als dass es die letzten beiden sind, auf die ich meine müde Aufmerksamkeit legte.
Das Martyrium steckt in beiden. Samaria lässt ein Mädchen einen Weg gehen, den zu beobachten mehr als schmerzt. In bester Trierscher Tradition wird hier ein irrationaler Leidensweg inszeniert. Wird das, was uns aus der tiefen Vergangenheit unserer religiösen Seele geflüstert wird, auf ein modernes Stadtleben geworfen. Aber was ist eine moderne Stadt in Korea? Was flüstert denen die Religion, die in Italien nistet? Was ist überhaupt in die Koreaner gefahren, die ich als Macher ästhetischer, grausamer Filme, preisdrückende Erbauer großer Tanker, kleiner Autos, protestierende Studenten, Firmenoligarchen und sonst eigentlich so gut wie garnicht kenne?
Übertreffen sie uns also in den genannten Disziplinen (Film, Protest, Kapitalismus), so auch in Glaubensdingen?
Zitat: Followers of Buddhism and Protestants are in the highest numbers, followed by Catholics.  Other practicing faiths are Shamanism, Taoism, and Islam.
Der Koreaner also Christ? Schnell-Lehrgangteilnehmer in mystischer Ergriffenheit? Bereisten die Europa, knipsten die religiöse Ekstase und bauten sie in großen Fabriken nach? Noch bezieht man sich auf spanische Madonnenerscheinungen, doch mit den Mitteln des Films wird schon die eigene Heilige gebaut, ein frankensteinsches Luder in Schulmädchenuniform. Auch Lars von Trier, der Emily Watson auf den Kreuweg schickte, ist ein Konvertit aus der Peripherie, ein Neuling, der sich an den Mysterien, die keine Psycholgie erklären darf, berauscht.
Hader und Haas sehen das anders. Natürlich. Für sie hat das Katholische alles Erhöhende verloren. Das Leiden bleibt, allein es ist geboren aus und gebettet in Niedrigkeit. Auch hier bedarf es keiner Psychologie, es liegt alles auf (und im) Tisch. Es geht um dreckiges Geld und unschönen Sex, schön ist hier wirklich nichts. Im katholischen Kernland braucht man niemandem mehr mit ästhetischer Jungfrauenverzückung zu kommen. Der Heiland ist mit dem Akkuschrauber verschraubt, die Priester pimpern Chorknaben und die Stützen der Gesellschaft sind so faul, dass alles knirscht und ächzt. Auch in Silentium leiden Asiatinnen. Aber wirklich ungewollt, sie drängen sich nicht zum Martyrium. In beiden Filmen rinnt Blut durch die Fugen von Fußbodenkacheln. In Samaria ein Bild, das, umrahmt von Schönem, schön ist, in Silentium einfach nur Blut, das durch Kachelfugen rinnt, weil einer totgeblieben ist.
Kim Ki-Duk schreibt die Geschichte einer Gesellschaft, die sich schon selbst so unverständlich ist, dass der Rückgriff auf den Irrationalismus des Christentums ein probater Weg scheint, sie zu beschreiben. Schlecht für uns, die wir eh nix von de Gegend wissen. Vom alten Europa wissen wir was, und Silentium bringt da nichts, was nicht schon in so einigen Tatorts verhandelt worden wäre. Auch für den europäischen (ich will immer deutsch sagen, aber die Ösis waren ja 1871 nicht mit dabei...) Krimi ist das Klerikale nurmehr exotisch, schauriges Millieu. Die einen nehmen dieses Exotische, eignen es sich an um ihre Gegenwart zu verdauen, die anderen haben es schon längst, da Jahrhunderte dran wiedergekäut, ausgespien. Und finden, dass es mit ihnen nicht mehr zu tun hat als etwa ein Wagneropernklischee. Unsere Welt ist hässlich, das setzt Silentium voraus, beschreibt es nur noch pflicherterfüllend. Was Silentium bringt, ist die korrekte Haltung, wie man dieser Hässlichkeit begegnen möge: Lässig, ironisch, angekifft und mit großer Genauigkeit im Moralischen. Samaria mag der schönere Film sein, und Silentium in seiner Fernsehkrimihaftigkeit belangloser. Aber die Hadersche Haltung hilft weiter im Kampf gegen das Böse als die stoische Verzweiflung des koreanischen Vaters.

 

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