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Today the NYT tweets: "A Russian news crew brings dashboard cameras to Syrian government tanks"
//nyti.ms/15CLEHF
via @TheLede", quoting @edwardedark: "amazing footage in HD of the fighting in Darya, Damscus + tank mounted cam from Russian media ANNA - MUST SEE //www.liveleak.com/view?i=955_1362334323 …"

And indeed, the footage IS amazing: who wouldn't think of an ego-shooter seeing this video:

//www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=cf2-H9Ex8us

Only understandable that NYT spreads it - these pictures out of the tower of a moving and fighting tank are yet un-seen, a thing you experience rarely these days.
But how is it possible that we get real life pictures from a dashboard cam of a fighting tank of the syrian government? Is it, as NYT's Robert Mackey suspects, because of the high popularity of these cams we all learned about lately watching the meteor-footage?
About the origin of the video he just states: "As The Lede reported in January, not much is known about the origins of the Russian network, known as ANNA, but it regularly posts reports on YouTube, occasionally with English subtitles."
Now what is ANNA? If we look at the website, it's clear to see that it's not a network at all, but a news-website devoted to spreading the real truth about the syrian civil war - from a heavily pro-government perspective. The subtitle says it all: "Truth explaining facts | Facts supporting Truth". And the main fact that ANNA spreads again and again is that the freedom fighters are terrorists.
ANNA publishes it's news footage only via youtube, often with english subtitles.
Robert Mackey knows the propagandistic background of ANNA well, he describes it himself in a former article (//thelede.blogs.nytimes.com/2013/01/31/vacation-on-syrias-front-lines-goes-wrong-for-russian-judge/).
Plus he cites the tweet of a syrian man, who calls hims edward dark and says about himself in his twitter profile: "activist working for a free democratic Syria. No to war. No to extremists." But who, in his tweets, only talks about the rebels as "terrorists". And who promotes the video, describing it's footage as "awsome".

Nevertheless, the NYT sends the pictures from such a dubious source to its over 7 million followers - because they are so "awsome", and despite they are propaganda.

Now what makes those real-life images propaganda? Let's start with the titel: The russian title of the tank video is: "The doom of a tank crew in action. Remember the heros forever." Okay, that's clear.

Then: the fight from the tank-perspective is per se a devilish twist: As we see the tank burst from the claustrophobic embedded perspective, we feel that the rebels outside are far more powerful and threatening as the tanks in a civilian town are in the first place.

And, most important, at the end of the clip we see the rebels themself, bazookas behind them. And then, the voice over explains dramatically ,that for the attack on the government tank RPG-29 "Vampire" Bazookas have been used, and that these weapons have been made in Russia.
He asks questions: How can it be that friends of Russia are attacked with russian weapons? Why doesn't supply russia the syrian army with weapons to protect their tanks from these weapons? Who is guilty of giving these weapons to the rebels? And the voice over concludes: "It's the aim of the terrorists to sow fear. But they didn't succeed today - the brothers in arms of the fallen crew swore revenge and not to have mercy with the foe."

edit:
War gerade mit Kind im Kino, um Ice Age 3 zu schauen, und sehe: Auf dem Filmplakat steht "Wie Ocean's 11, nur mit besseren Zigarren. New York Times" (oder so). Naja.
Stimmen tut's halt trotzdem.
edit.

Ich möchte eigentlich nur auf diese kleine Analogie hinweisen. Eine kleine Gruppe von Überzeugungstätern macht sich auf, ein Ding zu drehen, das so unwahrscheinlich ist, gegen Widerstände, die so groß sind, dass es schier unglaublich ist, dass das klappen soll. Sie wollen ins Herz der Dekadenz, um den Nabobs dort das wegzunehmen, was ihnen ja sowieso nicht gehört. Und Las Vegas und das alte Havanna, das wissen wir seit dem Paten II, trennt eh nicht all zu viel.
Und die Motivation der zentralen Figuren? Weitestgehend unklar, es kommt aufs Doing an.
Che und Danny Ocean teilen die Klarheit, mit der sie durch den Film gehen - als hätten sie selbst das Drehbuch geschrieben. Sowieso ist klar, wie die Sache ausgeht, spannend im eigentlich Sinne ist das nicht. Wieder geht nur um das Wie. Wie knacke ich ein Sicherheitssystem? Auf jeden Fall ist es wichtig, Hotels in die eigene Gewalt zu bringen.
Es ist die Bewunderung für das, was eigentlich unmöglich ist, und das doch immer wieder gelingt. Und für die Männer, die es tun. Es ist der Versuch, die spielerische Faszination, die die Oceanfilme so attraktiv macht, die Sicherheit derjenigen, die wissen, was sie tun, zurück in die Welt zu bringen. Nie sehen wir Che oder Fidel zweifelnd. Anweisungen und Pläne sind immer klar, sie werden exekutiert und gelingen.
Und die süffisante Überlegenheit, die die Gauner dem Casinomanager gegenüber zelebrieren, steht hinter der fraglosen Überlegenheit des überzeugten Kommunisten seinen Gegnern gegenüber kaum zurück.
Bald sehen wir Che scheitern. Wird es auch ein Scheitern in Las Vegas geben? Mal?

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Wahrscheinlich denkt ohnehin jeder, dass dieser Blog tot ist, aber das hier soll jedenfalls ein erneutes Lebenszeichen sein. Gerade bin ich dabei die dritte Staffel "The Wire" zu gucken und vor kurzem habe ich in der Süddeutschen den Serien- vor allem aber "Alias"-Artikel von Milan Pavlovic gelesen, der ja schon im Steadycam erschienen ist. Angesichts der anzunehmenden Selbstausbeutung der Steadycamautoren ist daran ja auch nichts auszusetzen. Wohl aber an der Glorifizierung der Serien "Lost" und "Alias", die ich wohlgemerkt beide ziemlich gut finde. Auch habe ich nichts dagegen auszusetzen, diese Serien gegen aktuelle Spielfilme auszuspielen, die sich diese Gegnerschaft selbst zuzuschreiben haben. Allerdings passt mir nicht dieser Jubel ohne nahezu jeden Beweis. Das fällt mir umso stärker auf, als ich eben nicht besagte Serien als Hauptbeweis der TV-Potenz wählen würde, sondern allenfalls als Beleg einer neuen Frechheit. Vor allem einer formalen Frechheit. Das ist natürlich schon viel, aber es bleibt festzuhalten, dass insbesondere "Alias" doch recht konventionell - wenn auch aufregend - pro Folge einen Fall abhandelt. dass dabei eine fortlaufende Geschichte weitererzählt wird, ist tatsächlich bemerkenswert - mehr aber auch nicht. Eine Geschichte als Roman zu erzählen, die Episode kaum mehr als Einheit, vielmehr als notwendiges, gegebenes Korsett zu begreifen, das machen andere Serien. Das begann mit Twin Peaks, das gerne aus den Augen verloren wird, aber bis heute einmalig ist, und das leisten Deadwood und vor allem The Wire. Bei The Wire ist es mittlerweile nicht mal mehr möglich zum Staffelstart einzusteigen. Es handelt sich einfach um einen großen Film, der allerhöchstens thematisch innerhalb der Folgen ein wenig verdichtet ist. Ansonsten beobachtet man eine große sich entfaltende Handlung in all ihrer Komplexität. Manchmal denke ich, The Wire wäre der Film den John Sayles drehen würde, hätte er alle Zeit der Welt. Komplex, ohne Zusammenhänge zu forcieren. Der Idealfall: Character und Action. Also nochmal: Nichts gegen Alias und Lost, aber alles für The Wire und Deadwood - und Entourage. Diese Serie und ihre diversen Unverschämtheiten gilt es zu entdecken. Kaum vorstellbar, dass ein deutscher Sender die Traute hat, das zu zeigen. Ähnlich speziell amerikanisch wie "The West Wing" wird hier der Traum vom Starruhm in Hollywood durchgespielt und - wer hätte das gedacht - es gibt schnellen Sex, Drogen, Eitelkeiten, Berühmtheit als Börsenkurs und die Partys in der Playboy Mansion. Wie man sich über all das äußerst unterhaltsam, kindisch und doch ironisch und hellsichtig auslassen kann, zeigt "Entourage".

Nur mal am Rande:
Was soll man zu einem Film von 1983 sagen, der von einem Typen (super Christopher Walken) handelt, der in die Zukunft schauen kann, und in dem:
ebendieser Christopher Walken zu Protokoll gibt, er fühle sich wie von dem kopflosen Reiter aus "Sleepy Hollow" besessen und
Martin Sheen eine durchgeknallte Ausgabe von seiner späteren Rolle als US-Präsident abliefert?

Weiß auch nicht.

 

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