
ab 31. schon nicht mehr. Nur eine Woche im Hauptprogramm, eine weitere noch um halb sechs, das war's.
Schon beim brillanten Vorgänger fragte ich mich, was den Verleih wohl dazu trieb, den doch in unserer Landschaft eher randständigen Streifen mit einem beinahe rührenden Optimismus so nachdrücklich zu plakatieren. Wo doch das Filmplakatieren insgesamt etwas aus der Mode geraten ist, an Litfaßsäulen erst recht.
Nun, bei "The Life Aquatic With Steve Zissou" wieder: erfreulich häufig kleben sie an den Säulen und Wänden, die schönen Plakate mit dem schlecht übersetzten Titel. Trieb wirklich die Hoffnung, das verquere, wunderbare Ding durch Plakatwerbung zum Erfolg zu puschen?
Oder sollte dies etwa eine melancholische, der Haltung der Filme gar nicht so unähnliche Geste sein? Ein Versuch von contenance, im Bewußstsein der Vergeblichkeit. Wurde auch gerade deswegen die heute so veraltet anmutende, an unsere Kindheit gemahnende Form der Litfaßsäulenwerbung gewählt - als vergeblich-versonnener Tribut an das beseelte Spiel mit der Vergangenheit, das der Film treibt?
Schön wäre es. Wenn auch unwahrscheinlich.
bähr - am Samstag, 9. April 2005, 01:16 - Rubrik: Der Zufall, moeglicherweise
MILLION DOLLAR BABY
DARWINS ALPTRAUM
beide filme in den letzten tagen gesehen und von beiden umgehauen gewesen.
eastwood wird vielleicht wirklich immer besser, ausser da kommt jetzt ein neues BLOOD WORK dazwischen, ansonsten kann man da nix finden was einem aufstösst.wunderbar inszeniert und gespielt, immer den richtigen ton treffend.verdienterweise die oscars bekommen.
der dokfilm DARWINS ALPTRAUM führt ins unselige gebiet um den viktoriasee, zeigt den weg der monströsen nilbarsche vom fang zur verarbeitung und dann nach der verarbeitung gehts noch einen schritt weiter. die fischgräten werden aufgekauft, ein kipplaster voll kostet 100 euro, die mit maden versetzten reste werden von zombieähnlichen gestalten aus dem matsch geholt und zum trocknen aufgehangen.die arbeiter gehen barfuss durch den dreck, der mit fischresten und den dazugekommenen maden versetzt ist.in grossaufnahme kringeln sie sich zwischen den zehen.fischköpfe werden aufgeschnitten und frittiert.die menschen um den see herum ernähren sich von dem abfall de luxe.
die hoffnung auf einen ausweg oder besserung wurde einem schon früher genommen,die aufnahmen die der regisseur in seiner 4 jahre dauernden arbeit machte stellen sehr früh klar das man dort an einem endpunkt angekommen ist.
der tod von swank ist somit humaner als das leben der meisten dort.
wirklich erschreckend.ansehen.
DARWINS ALPTRAUM
beide filme in den letzten tagen gesehen und von beiden umgehauen gewesen.
eastwood wird vielleicht wirklich immer besser, ausser da kommt jetzt ein neues BLOOD WORK dazwischen, ansonsten kann man da nix finden was einem aufstösst.wunderbar inszeniert und gespielt, immer den richtigen ton treffend.verdienterweise die oscars bekommen.
der dokfilm DARWINS ALPTRAUM führt ins unselige gebiet um den viktoriasee, zeigt den weg der monströsen nilbarsche vom fang zur verarbeitung und dann nach der verarbeitung gehts noch einen schritt weiter. die fischgräten werden aufgekauft, ein kipplaster voll kostet 100 euro, die mit maden versetzten reste werden von zombieähnlichen gestalten aus dem matsch geholt und zum trocknen aufgehangen.die arbeiter gehen barfuss durch den dreck, der mit fischresten und den dazugekommenen maden versetzt ist.in grossaufnahme kringeln sie sich zwischen den zehen.fischköpfe werden aufgeschnitten und frittiert.die menschen um den see herum ernähren sich von dem abfall de luxe.
die hoffnung auf einen ausweg oder besserung wurde einem schon früher genommen,die aufnahmen die der regisseur in seiner 4 jahre dauernden arbeit machte stellen sehr früh klar das man dort an einem endpunkt angekommen ist.
der tod von swank ist somit humaner als das leben der meisten dort.
wirklich erschreckend.ansehen.
mabo - am Donnerstag, 7. April 2005, 15:00 - Rubrik: Der Tod bei der Arbeit
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(die Kultur bewegt sich sinusförmig, und die Midlife crisis, die in der Regel mit dem Zeitpunkt der kulturellen Machtergreifung zusammenfällt, führt zum Dialog mit der eigenen Jugend, daher reimt sich ein Jahrzehnt immer mit dem übernächsten - jedes neue Jahtzehnt unternimmt die "Umgestaltung" des vorletzten Jahrzehnts)
Aus einem lesenwerten Artikel des Filmkritikers und Filmemachers Michail Braschinskij in Der Freund, Nr. 3. Nur offline.
Aus einem lesenwerten Artikel des Filmkritikers und Filmemachers Michail Braschinskij in Der Freund, Nr. 3. Nur offline.
bähr - am Donnerstag, 7. April 2005, 10:00 - Rubrik: mythen des alltags
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beste, bzw. lustigste drehbuchaenderung die ich bisher gelesen habe :
in bild 119 wird KEINE hand abgetrennt und unter der tuer durchgeschoben !!!
in bild 119 wird KEINE hand abgetrennt und unter der tuer durchgeschoben !!!
mabo - am Mittwoch, 6. April 2005, 11:58 - Rubrik: Der Tod bei der Arbeit
27 Jahre Unfehlbarkeit hinterlassen eben ihre Spuren.
bähr - am Samstag, 2. April 2005, 19:23 - Rubrik: things i never told you
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Es ist nicht alles Quatsch, was nervt.
bähr - am Samstag, 2. April 2005, 19:20 - Rubrik: things i never told you
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Tröstliches für Sprachpuristen liefert eine Beobachtung von Mr. Sick ("Zwiebelfisch") auf SpOn:
Anglizismen killen mit Vorliebe Romanismen, sie sind also viel bedrohter als deutsche Worte. Nahe liegender Gedanke, darum nicht weniger richtig: Für einiges (vor allem Wortfelder aus dem Bereich "schönes Leben", Kultur, etc.) hatte unser etwas tumbes, aber letztlich schrecklich nettes Volk einfach nie Begrifflichkeiten, und so ersetzen die vielbeklagten Wortimporte oft einfach nur ältere, ohne wirklich und wahrhaftig Deutsches zu tangieren: Humpen bleibt Humpen.
"Als Gott noch in Frankreich lebte, da wusste noch jeder, was Savoir-vivre und Laisser-faire bedeuten. Heute dreht sich alles um Lifestyle, und aus dem Laissez-faire-Prinzip wurde "Take it easy!" Was früher "en vogue" war, ist heute "trendy", und eine Mode, die irgendwann "passé" war, ist heute "out". Wer auf dem Laufenden war, der war mal "à jour", und wenn er einverstanden war, dann war der "d'accord". Heute ist er "up to date" und gibt sein Okay. Und wer im Fahrstuhl jemandem auf die Füße tritt, der sagt nicht mehr "Pardon!", sondern murmelt nur noch "Sorry!"
http://www.spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/0,1518,346379,00.html
Anglizismen killen mit Vorliebe Romanismen, sie sind also viel bedrohter als deutsche Worte. Nahe liegender Gedanke, darum nicht weniger richtig: Für einiges (vor allem Wortfelder aus dem Bereich "schönes Leben", Kultur, etc.) hatte unser etwas tumbes, aber letztlich schrecklich nettes Volk einfach nie Begrifflichkeiten, und so ersetzen die vielbeklagten Wortimporte oft einfach nur ältere, ohne wirklich und wahrhaftig Deutsches zu tangieren: Humpen bleibt Humpen.
"Als Gott noch in Frankreich lebte, da wusste noch jeder, was Savoir-vivre und Laisser-faire bedeuten. Heute dreht sich alles um Lifestyle, und aus dem Laissez-faire-Prinzip wurde "Take it easy!" Was früher "en vogue" war, ist heute "trendy", und eine Mode, die irgendwann "passé" war, ist heute "out". Wer auf dem Laufenden war, der war mal "à jour", und wenn er einverstanden war, dann war der "d'accord". Heute ist er "up to date" und gibt sein Okay. Und wer im Fahrstuhl jemandem auf die Füße tritt, der sagt nicht mehr "Pardon!", sondern murmelt nur noch "Sorry!"
http://www.spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/0,1518,346379,00.html
bähr - am Donnerstag, 31. März 2005, 15:16 - Rubrik: things i never told you
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Biege ich doch auf meinem Heimweg den Hafen am Wasser entlang kurz in die nächste Querstraße, schweres Rotlichtmillieu, ein, um, jawohl!, kurz dem Straßenlärm für ein mobiles Telefonat zu entkommen.
Mehrere Puffeingänge, ein Thailänder, eine rotte Disco. Ich also am Telefonieren, da bewegt sich im rechten Augenwinkel ein Mann auf mich zu, Modell Dieter Pfaff, aber nah am Wahnsinn, angetan mit einem knöchellangen Pelzmantel, fasst mich am Arm und sagt vertraulich, aber laut:
"Hören Sie auf zu suchen, ich habe die ganze Straße gekauft!".
Mehrere Puffeingänge, ein Thailänder, eine rotte Disco. Ich also am Telefonieren, da bewegt sich im rechten Augenwinkel ein Mann auf mich zu, Modell Dieter Pfaff, aber nah am Wahnsinn, angetan mit einem knöchellangen Pelzmantel, fasst mich am Arm und sagt vertraulich, aber laut:
"Hören Sie auf zu suchen, ich habe die ganze Straße gekauft!".
bähr - am Donnerstag, 31. März 2005, 14:56 - Rubrik: things i never told you