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Gerade jetzt, wo sich die Qualität von US-Fernsehserien in unermessliche Höhen schraubt, glaubt das deutsche Fernsehen und/oder die Zuschauer auf diese Serien verzichten zu können. Oz und West Wing sind nur zwei Beispiele. Six Feet Under läuft ja immerhin und sogar der Sendeplatz hat sich leicht verbessert. Ed allerdings ist bei Sat1 erst von 15 Uhr auf 10 Uhr und jetzt auf 7 Uhr gerutscht, genau die richtige Zeit, um sich beim amüsieren auch das Herz wärmen zu lassen. Aber es stimmt schon. Auch am am Samstag nachmittag braucht man dringend eine Kallwass-Wiederholung. Immerhin hat es Monk zu uns geschafft. Monk ist zwar nicht so hochproduziert und auch nicht so sensationell geistreich wie z.B. Six Feet Under oder die hierzulande verschenkten Sopranos, aber es ist eine schöne kleine Krimiserie um einen hochneurotischen Ex-Cop, der - natürlich mit nahezu überirdischen Fähigkeiten ausgestattet - verzweifelt versucht, Anschluss ans Leben und an den Polizeidienst zu gewinnen. Man muss häufig an Columbo denken oder auch an Matchstick Men, nur dass der Neurotiker dort auf der anderen Seite des Gesetzes agiert. Aber die Hauptqualität liegt ohnehin nicht in der Klasse der Bücher oder einer eleganten Inszenierung. Die Hauptqualität heißt Tony Shalhoub, der - viel beschäftigt aber zu wenig bekannt - eine fabelhafte Performance abgibt. Den reinen Zwang strahlt sein von Berührungsängsten gebeutelter Körper aus, sein Lächeln könnte auch nur eine Muskelverspannung sein. Bestimmt erinnern sich alle an seinen Primo in Big Night.
RTL, dienstags, ca. 22:10 Uhr
bähr meinte am 21. Jul, 08:53:
kombiniere...
Und ja, es stimmt, wieder eine von den guten amerikanischen Serien. Vielleicht nicht von den ganz ganz ganz guten, aber was will man. Und zu kurz, die Story läuft doch zu sehr Eisenbahnmäßig auf die Lösung des Falls zu, die sollten mehr Zeit haben.
Ein Gedanke: Sherlock Holmes mit ner echten Macke. Ganz koscher war schon der Urvater der Ermittler irgendwie nicht, jedenfalls habe ich da immer eine psychische Abweichung gewittert. Und Monk spielt nun schön mit den Klischee von dem Behinderten, dessen Defizit von einer Überbegabung ergänzt wird, die erst durch es möglich gemacht wird (-> Rainman). Ach ja, Holmes: Wie Weiland Sherlock verblüfft Monk mit seiner Beobachtungs- und Kombinationsgabe, mit der er aus dem scheinbaren Nichts heraus de Fälle löst, und wie bei Holmes grenzt das an Behauptung von Lösung, an die Vorführung eines abstrakten Kunststückes durch einen überlegenen Geist. Um das demokratische Vergnügen des "Whodunnit" geht es hier nicht. Nur: wo Holmes ein "Adliger" war, ist Monk ein gedemütigter, der wenig Vergnügen und keinen Nutzen aus seiner Gabe zieht. Ein entfremdeter Ermittler, der nicht mal mehr Polizist sein darf, was er sich so sehr wünscht. Ein tolle Darstellerleistung, vor allem in kleinen Beobachtungen, die Monk und seine Kollisionen mit der Außenwelt zeigen, der Konflikt zwischen der absoluten Analysemacht und dem völligen Versagen am echten Objekt. 
 

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